Vortragsreihe
Der feste Abend für Musik, Literatur und Begegnung, die Stammreihe des Hauses.
Karl August Lingner würde nicht fragen, was gestern war, sondern was morgen möglich ist. Das Lingner Forum folgt diesem Gedanken: ein offener Ort für Begegnung, Kultur und Zukunft, für alle Generationen.
Karl August Lingner wäre heute kein Mann der Vergangenheit, sondern ein Visionär der Zukunft.
Er würde Menschen zusammenbringen, Innovation fördern und Räume schaffen, in denen Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam neue Ideen entwickeln. Er würde sich für Gesundheit, Bildung und Nachhaltigkeit einsetzen, junge Talente fördern und internationale Netzwerke knüpfen.
Er würde nicht fragen, was gestern war. Er würde fragen, was morgen möglich ist. Genau diesem Gedanken folgt das Lingner Forum: ein Ort für Inspiration, Begegnung und Zukunft, offen für alle Generationen.
Bewährtes bewahren, behutsam weiterdenken. Wir bauen auf der DNA des Fördervereins auf. Die Formate, die das Lingnerschloss über Jahre lebendig gehalten haben, bleiben und bekommen neue Nachbarn.
Der feste Abend für Musik, Literatur und Begegnung, die Stammreihe des Hauses.
Club- und Kinderkino im eigenen Kinosaal, inklusive Sommerferienkino.
Jazz, Klassik und Akustik zur blauen Stunde, hoch über dem Elbtal.
„Auf den Spuren von Lingner“, ein Outdoor-Escape, eigens für das Schloss entwickelt. Für Teams, Familien oder Freundesgruppen.
Vorträge zu Gesundheit, Wissenschaft und Gesellschaft, in Lingners Geist.
Gründer-Talks und Pitches, wo einst ein Unternehmer Visionen schmiedete.
Rooftop-Yoga, Mental Health, Longevity, die Brücke zum Hygiene-Erbe.
Sternenbeobachtung über Dresden, auf der Dachplattform.
Räume, Kultur, Abenteuer und Gastronomie greifen ineinander, vom Vormittag bis zum Ausklang auf der Terrasse. Drei Beispiele, wie sich ein Tag am Schloss anfühlen kann.
Die Fertigstellung, der Betrieb und die Weiterentwicklung des Lingnerschlosses liegen bei zwei in Sachsen ansässigen Unternehmern mit langjähriger Erfahrung in der Planung, Steuerung und Umsetzung komplexer Immobilien- und Betriebsprojekte.
Seit über drei Jahrzehnten kauft, saniert und betreibt Oliver Kreider historische und denkmalgeschützte Immobilien in Sachsen. Seine langjährige Erfahrung bringt er in die geplante Renovierung und die weitere Instandsetzung des Lingnerschlosses ein, die in Abstimmung mit dem Denkmalschutz realisiert wird. Darüber hinaus interessiert sich Oliver Kreider besonders für Kunst und Kultur, sammelt Skulpturen und fördert junge Künstlerinnen und Künstler. Teile seiner Skulpturensammlung sollen künftig den geplanten Skulpturenpark am Lingnerschloss bereichern.
Thomas Bohn hat Dresdner Unternehmen aufgebaut und erfolgreich entwickelt. Heute investiert er in Immobilien und Unternehmensbeteiligungen. Darüber hinaus engagiert er sich seit vielen Jahren für seine Heimatstadt Dresden: Er unterstützt zahlreiche Sportvereine und setzt sich für den Sonnenstrahl e. V. Dresden ein, der Familien mit krebskranken Kindern begleitet. Zudem förderte er die OSTRALE, eine internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Dresden, die sich zu einer der bedeutendsten Plattformen für Gegenwartskunst in Europa entwickelt hat.
Eigens zu diesem Zweck wurde die Karl August Lingner Schloss-Verwaltungs GmbH mit Sitz in Dresden gegründet. Sämtliche für Sanierung, Instandhaltung und Betrieb erforderlichen Investitionen trägt die Gesellschaft vollständig aus eigenen Mitteln. Für die Landeshauptstadt Dresden entstehen weder unmittelbare noch mittelbare finanzielle Verpflichtungen, Haftungsrisiken oder Folgekosten.
„Der Schulterschluss zwischen Förderverein, Betreibergesellschaft, Stadt und Bürgerschaft ist ein wichtiges Signal für die Zukunft des Lingnerschlosses.“Förderverein Lingnerschloss e. V.
Seit vielen Jahren hält der Förderverein das Lingnerschloss mit großem Engagement lebendig. Dieses Engagement bleibt ein wichtiger Bestandteil der Zukunft des Hauses. Die Betreibergesellschaft baut darauf auf und entwickelt die Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Förderverein weiter.
Ihre Frage ist nicht dabei? Stellen Sie sie direkt im Bürgerdialog, wir antworten transparent.
Frage stellen →Ja. Die dauerhafte Öffnung des Parks für die Öffentlichkeit ist keine freiwillige Zusage, sondern eine feste Vorgabe des Erbbaurechtsvertrags und des Lingner-Vermächtnisses. Der Pächter ist verpflichtet, den auf dem Grundstück befindlichen Park dauerhaft für die Allgemeinheit offen zu halten. An diesem öffentlichen Charakter ändert die Übernahme nichts. Der Park bleibt für alle Dresdnerinnen und Dresdner zugänglich.
Ja. Die zukünftigen Betreiber haben sich vertraglich verpflichtet, alle Einrichtungen des Schlosses wie bisher der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Terrasse mit Blick auf das Blaue Wunder und das Elbtal ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte der Stadt und soll ausdrücklich ein öffentlicher Ort bleiben.
Nein. Das ist ausdrücklich nicht das Ziel. Mit dem notariell beurkundeten Vertrag wurde, vorbehaltlich der erforderlichen Zustimmungen, nicht das Schloss verkauft, sondern das bestehende Erbbaurecht auf die künftige Betreibergesellschaft übertragen. Die mit dem Erbbaurecht verbundenen Vorgaben bleiben unverändert bestehen. Dazu gehören insbesondere die dauerhafte öffentliche Zugänglichkeit des Parks, der Betrieb einer öffentlichen Gastronomie sowie der Ausschluss einer Wohnnutzung. Veranstaltungen, Vermietungen und kulturelle Angebote sind Bestandteil des Nutzungskonzepts und tragen dazu bei, den langfristigen Erhalt und den wirtschaftlich tragfähigen Betrieb des denkmalgeschützten Ensembles zu sichern.
Das Ziel ist ausdrücklich kein exklusives Restaurant, sondern ein gastronomisches Angebot, das den Gedanken des Bürgerschlosses zeitgemäß fortführt. Im Erdgeschoss des Lingnerschlosses wird künftig ein öffentlich zugängliches Café mit einem Lingner-Shop entstehen. Es lädt Besucherinnen und Besucher, Spaziergänger, Touristen sowie Gäste von Veranstaltungen gleichermaßen zum Verweilen ein und knüpft an den historischen Gedanken Karl August Lingners an, das Schloss als offenen Ort für alle Menschen zu gestalten. Ergänzt wird dieses Angebot durch den bestehenden Biergarten auf den Lingnerterrassen sowie die geplante Vinothek im Schweizer Haus. Gemeinsam entsteht so ein vielfältiges gastronomisches Angebot für unterschiedliche Zielgruppen und Tageszeiten. Die Preise sollen sich an einem zeitgemäßen, für breite Bevölkerungsschichten erschwinglichen Angebot orientieren.
Für die Übergangszeit ist gesorgt: Der bisherige Betreibervertrag (STESAD GmbH) läuft zum 31. Juli 2026 aus. Damit die Sommersaison nicht ausfällt, wurde eine Zwischenlösung mit einem lokalen Gastronomen für die Außengastronomie vereinbart. Die vom Förderverein bewirtschafteten Veranstaltungsräume stehen in dieser Zeit ebenfalls zur Verfügung.
Erworben wird nicht das Schloss als Eigentum, sondern das Erbbaurecht, also das Nutzungsrecht am Areal für einen Zeitraum von 44 Jahren. Der vereinbarte Preis dafür beträgt 1,65 Millionen Euro. Zusätzlich haben sich die zukünftigen Betreiber verpflichtet, alle notwendigen Investitionen zu finanzieren; diese werden derzeit auf mindestens rund eins bis zwei Millionen Euro geschätzt.
Nein. Der Ankauf und der künftige Betrieb werden privat finanziert. Für die Stadt entstehen dadurch keine unmittelbaren Kosten. Im Gegenteil: Lehnt der Stadtrat den Vertrag ab, müsste die Stadt nach dem gerichtlichen Vergleich die 1,65 Millionen Euro selbst an die Insolvenzmasse zahlen und zusätzlich für Unterhalt und Investitionen aufkommen.
Der Erlös fließt in die Insolvenzmasse des Fördervereins Lingner-Schloß e. V. und dient dazu, dessen Schulden zu begleichen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters ermöglicht der Erlös aus dem Vertrag den Gläubigern eine Insolvenzquote von bis zu 70 Prozent. Das ist ein weit überdurchschnittlicher Wert, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Quote in Deutschland rund 6 Prozent beträgt.
Thomas Bohn aus Dresden und Oliver Kreider aus Radebeul sind zwei Unternehmer aus der Region. Thomas Bohn hat Dresdner Unternehmen aufgebaut und erfolgreich entwickelt. Heute investiert er in Immobilien und Unternehmensbeteiligungen. Darüber hinaus engagiert er sich seit vielen Jahren für seine Heimatstadt Dresden: Er unterstützt zahlreiche Sportvereine und setzt sich für den Sonnenstrahl e. V. Dresden ein, der Familien mit krebskranken Kindern begleitet. Zudem förderte er die OSTRALE, eine internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Dresden, die sich zu einer der bedeutendsten Plattformen für Gegenwartskunst in Europa entwickelt hat.
Seit über drei Jahrzehnten kauft, saniert und betreibt Oliver Kreider historische und denkmalgeschützte Immobilien in Sachsen. Seine langjährige Erfahrung bringt er in die geplante Renovierung und die weitere Instandsetzung des Lingnerschlosses ein, die in Abstimmung mit dem Denkmalschutz realisiert wird. Darüber hinaus interessiert sich Oliver Kreider besonders für Kunst und Kultur, sammelt Skulpturen und fördert junge Künstlerinnen und Künstler. Teile seiner Skulpturensammlung sollen künftig den geplanten Skulpturenpark am Lingnerschloss bereichern.
Für die Übernahme des Lingnerschlosses haben beide die Karl August Lingner Schloss-Verwaltungs GmbH gegründet. Vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats soll diese künftig die Verantwortung für Betrieb, Instandhaltung und Weiterentwicklung des Lingnerschlosses einschließlich Park und gastronomischer Angebote übernehmen.
Die zukünftigen Betreiber haben sich bewusst dafür entschieden, den laufenden Entscheidungsprozess des Dresdner Stadtrats nicht durch eine öffentliche Medienkampagne oder Einzelinterviews zu begleiten. Stattdessen möchten sie zunächst das Nutzungskonzept transparent vorstellen und allen Bürgerinnen und Bürgern dieselbe Informationsgrundlage zur Verfügung stellen. Mit dem Lingner Forum wurde dafür eine Plattform geschaffen, auf der das Konzept erläutert, Fragen beantwortet sowie Anregungen und auch kritische Hinweise aufgenommen werden. Ziel ist ein offener und nachvollziehbarer Dialog, der allen Interessierten gleichermaßen offensteht und den politischen Entscheidungsprozess respektiert.
Ganz klar nein! Unser Wunsch war es von Anfang an, das Nutzungskonzept zunächst den Mitgliedern des Dresdner Stadtrates persönlich vorzustellen und offene Fragen im direkten Austausch zu beantworten. Gleichzeitig ist das öffentliche Interesse am Lingnerschloss in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. In der Berichterstattung und den öffentlichen Diskussionen sind dabei zahlreiche Fragen, unterschiedliche Einschätzungen und teilweise auch unvollständige oder missverständliche Informationen aufgekommen.
Das Lingner Forum soll keine politische Entscheidung vorwegnehmen oder den Stadtrat unter Druck setzen. Vielmehr möchten wir allen Interessierten dieselben Informationen transparent zur Verfügung stellen, häufig gestellte Fragen beantworten und den Dialog mit den Dresdnerinnen und Dresdnern fördern.
Zugleich nehmen wir wahr, dass sich einzelne Mitglieder des Stadtrates bereits öffentlich positioniert haben, bevor das Nutzungskonzept vollständig vorgestellt werden konnte. Gerade deshalb ist es uns wichtig, dass alle Beteiligten, Stadtrat wie Bürgerschaft, Zugang zu denselben, vollständigen Informationen haben.
Eigentümerin des Lingnerschlosses ist und bleibt die Landeshauptstadt Dresden. Übertragen wird ausschließlich das Erbbaurecht, also das zeitlich befristete Recht, das Schloss zu nutzen und zu bewirtschaften.
Ein Erbbaurecht verleiht seinem Inhaber zwar eine eigentumsähnliche Rechtsstellung, macht ihn jedoch nicht zum Eigentümer. Die Nutzung und Entwicklung des Lingnerschlosses bleiben an die Vorgaben des Erbbaurechtsvertrags und des Lingner-Vermächtnisses gebunden. Bei schwerwiegenden Vertragsverstößen kann die Stadt den sogenannten Heimfall geltend machen und das Erbbaurecht zurückfordern.
Auch eine Übertragung oder Veräußerung des Erbbaurechts an Dritte ist nicht uneingeschränkt möglich. Dafür gelten die vertraglichen Regelungen des Erbbaurechts; insbesondere sind die Rechte der Grundstückseigentümerin, der Landeshauptstadt Dresden, zu beachten.
Die Investoren verstehen diese Bedenken, weil das Lingnerschloss ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein wichtiger Ort für die Dresdner Stadtgesellschaft ist. Deshalb ist die öffentliche Diskussion wichtig und richtig. Die künftige Nutzung bewegt sich jedoch nicht im rechtsfreien Raum. Grundlage bleiben das Lingner-Vermächtnis sowie der Erbbaurechtsvertrag. Beide setzen klare Grenzen.
Karl August Lingner, der Odol-Fabrikant und Gründer des Deutschen Hygiene-Museums, vermachte die Villa Stockhausen nach seinem Tod testamentarisch der Stadt Dresden, mit der ausdrücklichen Auflage einer öffentlichen Nutzung. Das Anwesen soll Teil des kulturellen Lebens der Stadt sein und den Dresdnern wie ihren Gästen offenstehen; historisch überliefert ist zudem der Gedanke einer für alle erschwinglichen Gaststätte. Diese Auflagen sind bis heute im Erbbaurechtsvertrag verankert und binden jeden Betreiber, auch die neuen Investoren.
Ja. Das Nutzungskonzept orientiert sich am Vermächtnis Karl August Lingners. Es verbindet öffentliche Gastronomie, Kultur, Begegnung und Veranstaltungen mit einer wirtschaftlich tragfähigen Bewirtschaftung des denkmalgeschützten Ensembles. Damit wird der historische Gedanke eines offenen Hauses für alle Menschen zeitgemäß fortgeführt.
Für diesen Fall hat die Landeshauptstadt Dresden umfangreiche Sanktionsmöglichkeiten. Das wichtigste Instrument ist der sogenannte Heimfall: Bei einem Verstoß gegen die Vorgaben kann die Stadt das Nutzungsrecht zurückfordern, was die Beendigung des Erbbaurechtsvertrags bedeuten würde. Die öffentlichen Ziele sind damit nicht nur ein Versprechen, sondern rechtlich durchsetzbar.
Der Förderverein bleibt ein wichtiger Partner des Lingnerschlosses. Die Investoren möchten die langjährige Erfahrung und das ehrenamtliche Engagement des Vereins auch künftig nutzen. Der Schwerpunkt soll dabei auf der Unterstützung des kulturellen Lebens im Schloss liegen, beispielsweise durch eigene Veranstaltungen, Vorträge, Ausstellungen, Führungen oder Konzertreihen. Der Förderverein übernimmt damit wieder die Rolle, für die er ursprünglich gegründet wurde: Er begleitet das Lingnerschloss ideell und kulturell, unterstützt Projekte und bringt sich mit seinem Netzwerk und seinem ehrenamtlichen Engagement aktiv in die Weiterentwicklung des Hauses ein. Der Leitgedanke lautet dabei: Miteinander statt Gegeneinander.
Nein. Der Förderverein Lingnerschloss e. V. hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2002 mit großem ehrenamtlichem Engagement für den Erhalt des Lingnerschlosses eingesetzt. Auf Grundlage des mit der Landeshauptstadt Dresden geschlossenen Erbbaurechtsvertrags wurden seit 2004 umfangreiche Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt. Nach Angaben des Fördervereins flossen dabei rund 17 Millionen Euro in den Erhalt und die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Ensembles. Diese außergewöhnliche Leistung bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung des Lingnerschlosses.
Nein. Der Förderverein hat in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten Außergewöhnliches für das Lingnerschloss geleistet. Seit seiner Gründung im Jahr 2002 hat er mit großem ehrenamtlichem Engagement die Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles vorangetrieben. Dabei konnten rund 17,5 Millionen Euro aus Spenden, Fördermitteln und weiteren Finanzierungsquellen eingeworben und in den Erhalt des Schlosses investiert werden. Diese Leistung verdient großen Respekt. Das strukturelle Problem lag möglicherweise an einer außergewöhnlichen Doppelrolle: Der Förderverein war gleichzeitig Spendensammler, Bauherr und Betreiber des Schlosses. Als in den Krisenjahren die Einnahmen und Spenden zurückgingen, die laufenden Kosten jedoch bestehen blieben, musste der Verein Ende November 2023 Insolvenz anmelden.
Diese Frage ist Teil der öffentlichen Debatte. Insbesondere die SPD-Fraktion, Vertreter der Stadtgesellschaft sowie eine Bürgerpetition haben kritisiert, dass es kein offenes Bieterverfahren gegeben habe. Der Insolvenzverwalter stellt den Ablauf dagegen wie folgt dar: Das Angebot über 1,65 Millionen Euro lag bereits seit April 2026 vor und blieb über mehrere Monate das einzige verbindliche Angebot im laufenden Insolvenzverfahren. Weitere Interessenten hatten nach seiner Darstellung ebenfalls die Möglichkeit, ein Angebot abzugeben. Da der Insolvenzverwalter ausschließlich den Interessen der Insolvenzgläubiger verpflichtet ist, hätte ein Verzicht auf den bereits vorbereiteten und notariell abgestimmten Vertrag aus seiner Sicht gegen seine gesetzlichen Pflichten verstoßen. Unabhängig davon ist die politische Diskussion über Transparenz und Verfahrensablauf legitim. Die endgültige Entscheidung trifft der Dresdner Stadtrat.
Nein. Die Entscheidung ist derzeit noch nicht endgültig getroffen. Zwar wurde der Vertrag über die Übertragung des Erbbaurechts bereits notariell beurkundet, seine Wirksamkeit steht jedoch unter aufschiebenden Bedingungen. Voraussetzung sind sowohl die Zustimmung des Dresdner Stadtrats als auch die Zustimmung der Insolvenzgläubiger. Erst wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Übertragung des Erbbaurechts vollzogen werden. In der öffentlichen Diskussion wurde kurz vor dem Notartermin außerdem ein weiteres Angebot einer Investorengruppe bekannt, das einen höheren Kaufpreis vorsieht. Sollte der Stadtrat dem bereits beurkundeten Vertrag nicht zustimmen, können auch andere Konzepte und Angebote in den weiteren Entscheidungsprozess einbezogen werden.
Der Stadtrat hatte im Juli 2023 beschlossen, das Erbbaurecht an die Landeshauptstadt Dresden zurückzuführen und ein neues Konzept für die zukünftige Entwicklung der Dresdner Elbschlösser zu erarbeiten. Im weiteren Verlauf kam es jedoch zu einem Rechtsstreit zwischen der Landeshauptstadt Dresden und dem Insolvenzverwalter des Fördervereins über die Rückführung des Erbbaurechts. Dieser Rechtsstreit endete am 21. April 2026 mit einem gerichtlichen Vergleich vor dem Oberlandesgericht Dresden. Auf Grundlage dieses Vergleichs wurde der Vertrag über die Übertragung des Erbbaurechts notariell beurkundet. Die Übertragung ist jedoch noch nicht abgeschlossen: Der Vertrag steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Dresdner Stadtrats sowie der Insolvenzgläubiger. Erst nach Vorliegen dieser Zustimmungen kann die Übertragung wirksam werden. Im politischen Raum werden unterschiedliche Auffassungen darüber vertreten, welcher Weg für die Zukunft des Lingnerschlosses der richtige ist. Diese Diskussion ist Teil des demokratischen Entscheidungsprozesses.
Grundsätzlich kommen dann mehrere Möglichkeiten in Betracht, unter anderem:
Nach der Übernahme des Erbbaurechts möchten die künftigen Betreiber zunächst den baulichen Zustand des Lingnerschlosses umfassend bewerten und gemeinsam mit den zuständigen Denkmal- und Genehmigungsbehörden ein Modernisierungs- und Instandhaltungskonzept umsetzen. Ziel ist es, die historische Bausubstanz dauerhaft zu sichern, die technische Infrastruktur zu modernisieren und die Voraussetzungen für einen langfristig wirtschaftlichen und öffentlich zugänglichen Betrieb zu schaffen. Dabei sollen insbesondere Maßnahmen in den Bereichen Haustechnik, Brandschutz, Barrierefreiheit und Gebäudeunterhaltung umgesetzt werden.
Für einzelne Bauabschnitte wird nach derzeitiger Planung voraussichtlich eine zeitlich begrenzte Schließung des Schlossgebäudes erforderlich sein, damit die Arbeiten sicher, wirtschaftlich und in einem angemessenen Zeitraum durchgeführt werden können. Die Modernisierungsarbeiten sollen, vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen und des Bauablaufs, möglichst in den Wintermonaten stattfinden. Damit soll die Zeit genutzt werden, in der das Schloss erfahrungsgemäß weniger Besucherinnen und Besucher verzeichnet.
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